Mit dem Bloggen aufhören? (09.01.2016)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Ich muss zugeben, manchmal gibt’s komische Themen beim Webmasterfriday – die Frage „Soll ich mit dem Bloggen aufhören?“ lässt sich doch ganz einfach beantworten: Tu, was du für richtig hältst, ist deine Entscheidung. Warum man darüber nun Blogposts verfassen muss, ist mir ehrlich gesagt unklar. Denn: Natürlich ist der Konsenz der bisher eingegangenen Beiträge, dass man vielleicht mal drüber nachgedacht, sich dann aber dagegen entschieden hat. Wer keine Lust mehr hat, schreibt dazu vielleicht eine kurze Notiz und gut ist, sicher aber nicht vorher einen Beitrag zum Wemasterfriday.

Gerade die fehlende Motivation kenne ich allzu gut, ich hätte zum Beispiel viel mehr Links, die ich verbloggen könnte. Einiges davon habe ich auf Twitter ausgelagert, vieles hierhin – auf dem „richtigen“ Blog schreibe ich zukünftig zwar sicher noch weniger als bisher, dafür aber thematisch stärker abgegrenzt.

Allerdings zeigt sich in den Beiträgen auch ein Grundproblem:

Solange man mit seinem Blog keine vier- oder mehrstelligen Monatseinkommen generiert, ist das Bloggen eine gewisser Zeit-Luxus und mehr oder weniger ein Freizeitvergnügen. Und obwohl ich wahrscheinlich fast alle Ratgeber gelesen habe, in denen es darum geht, wie man mit seinem Blog reich und schön wird, ist das Bloggen auch für mich immernoch eine Nebensache, wenn auch eine sehr wichtige. (sabienes.de)

Die meisten deutschsprachigen Blogger meinen, mit ihrem Blog irgendwann mal das – idealerweise dicke – Geld zu machen. Das funktioniert vielleicht bei „Profis“ wie Cashy, die Mehrzahl der Blogs wird aber nie nennenswert Geld einspielen, da muss man sich keine Hoffnungen machen. Vielleicht hat man einfach Spaß dran, will die Welt an seinen Gedanken teilhaben lassen oder berufsspezifische Gedanken notieren und sich damit eine gewisse Reputation aufbauen, aber wirklich Geld verdienen tun halt die wenigsten.

Wikipedia Spendengejammer (28.12.2015)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Die Wikipedia nervt dieser Tage – wie üblich zum Jahresende – wieder mal um Spenden und verärgert damit Community und Nutzer.

Was den vielen Spendern aus der ganzen Welt oft nicht bewusst ist: Sie geben an eine Organisation Geld, der es finanziell blendend geht und die seit Jahren ihr Vermögen mehrt. (…) Der Großteil der Finanzierung kommt von kleinen Spenden um die 20 Dollar. Doch trotz solcher überschaubaren Beträge häuft sich einiges an: Aktuell sitzt die amerikanische Wikimedia-Stiftung auf 78 Millionen Dollar, ein Zuwachs um mehr als 24 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr. (süddeutsche.de)

Ja, Wikipedia ist cool. Und ja, der Betrieb der Platform kostet auch Geld – aber 78 Millionen Dollar sind für eine Non-Profit-Veranstaltung wie die Wikipedia nun wirklich nicht wenig, zumal diejenigen, die den Hauptteil der Arbeit leisten – die Autoren – nichts davon zu sehen bekommen.

Und als wäre das ganze nicht schlimm genug, nein, das Spendenbanner muss auch noch möglichst aufdringlich sein, sprich, wird von AdBlockern nicht ohne weiteres gesperrt und schiebt sich im Nachhinein auf die Seite, sodass der Inhalt weiter nach unten verschoben wird. Kurzum: Wenn’s noch blinken und tönen würde, würde es alle Gründe für AdBlocker bieten.

Aber es gibt Abhilfe für AdBlocker (Danke an @ziromr!):
##div[class^="cn-fundraising"]

Einfach als eigenen Filter anlegen, mindestens in uBlock funktioniert’s wunderbar.

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

Suchmaschinen verbieten jetzt! (09.12.2015) (03.09.2017)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Es kann ja keiner sagen, wir Norddeutschen hätten keinen Humor – immerhin ertragen wir seit Jahren die unsäglichen Urteile des Landgerichts Hamburg, die ja nur als Satire gemeint sein können, so einen Schwachsinn würde über IT-Themen ja sonst keiner urteilen.

Aber irgendwo ist dann auch mal gut mit Lachen. Und dieser Punkt ist jetzt erreicht.

Eine Rechtsanwältin aus Norddeutschland hat nämlich Klage eingereicht gegen SUMA-EV, den Betreiber-Verein von MetaGer; Grundlage ist das freundlich ausgedrückt fragwürdige Urteil des EuGH zum „Recht auf Vergessen“:

Konkret klagt die Rechtsanwältin, Links zu löschen, die auf Webseiten mit einem Namen zeigen, der dem ihren ÄHNLICH ist. Lässt man, so die Begründung der Einstweiligen Verfügung, in dem Namen der Anwältin einen Buchstaben weg, so werden beim Suchen nach diesem Namen Ergebnisse angezeigt, die der Klägerin missfallen.

Dass das eine schwachsinnige Begründung ist, dürfte wohl offensichtlich sein, sonst könnte ja jeder Meier/Meyer oder Schmidt/Schmid/Schmitt/… kommen und jammern. Konkret wäre da beispielsweise Helmut Schmitt* zu nennen, der sich beschwert:

Wenn man einen Buchstaben weglässt, kommt da die Aussage, ich würde rauchen, das stimmt aber doch garnicht, was sollen denn meine Arbeitgeber von mir denken?

Wenn wir also die Betreiber von Suchmaschinen verpflichten, so zu verfahren, kommen bald die Leute mit Schreibfehlern, Wörtern die Assoziationen wecken könnten oder Leute, über die etwas geschrieben wurde auf Zeitungsseiten, auf denen auch etwas über einen Mord steht.

Würde irgendjemand auf die Idee kommen, sowas bei Print-Medien zu fordern? Zeitungen dürfen keine Artikel mehr schreiben, bei denen die (wie auch immer) Betroffenen mit anderen Personen ähnlichen Namens verwechselt werden können? Wohl kaum.

Und da wundern sich Politik und Wirtschaft noch, dass Deutschland im internationalen Vergleich nicht mithalten kann, wenn es um digitale Medien geht…

*) fiktiver Charakter

Quelle: Pressemitteilung von suma-ev.de

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

Mögliches Ad-Blocker-Verbot: Verbraucherperspektive für Bundesregierung nicht so wichtig | netzpolitik.org, Ingo Dachwitz, 28.10.2016 (30.10.2016)

Die Bundesregierung hat es hinbekommen, bei der Vorbereitung eines eventuellen Verbotes von Ad-Blockern nur die Seite pro Verbot zu beteiligen – die anderen haben sicher keine Sorgen.

Abgesehen davon, dass ein solches Verbot hoffentlich in Karlsruhe kassiert werden würde: Herzlichen Glückwunsch, lieber Lobbyismus! Gleich ein ganzes Ministerium zu übernehmen, das schafft nicht jeder.

(Netzpolitik)

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

Facebook will weniger zensieren | heise online, Wolfgang Reszel, Christian Wölbert, 22.10.2016 (28.10.2016)

Facebook hat angekündigt, künftig seine eigenen Regeln zu brechen: Das Soziale Netzwerk will verstärkt Inhalte zulassen, die gegen die „Gemeinschaftsstandards“ verstoßen, aber von öffentlichem Interesse sind.

Na dann gute Nacht. Wird garantiert viel besser mit den Hasskommentaren.

(heise)

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

Facebook und die Nazi-Symbolik (03.07.2016)

Der Tagesspiegel berichet, dass der freie Journalist Sören Kohlhuber von Facebook wegen „Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards“ für sieben Tage gesperrt wurde – er hatte einen Tagesspiegel-Artikel gepostet, in dem sich ein Bild eines Hitlergrußes auf einer Demonstration befand.

Konfrontiert mit dieser Sperre heißt es:

„Bei Nazi-Symbolik ist Facebook besonders sensibilisiert, gerade wenn sie in Deutschland verbreitet wird“, sagt ein Facebook-Sprecher, der sich aber nicht zum konkreten Fall äußern will.

Das möchte ich dann doch bezweifeln. Gewaltaufrufe gegen Ausländer, Holocaust-Leugnung, NS-Symbolik etc. ignoriert Facebook schließlich meist.

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)