Verschwundene Wörter auf duden.de (04.09.2017)

Michael Mann hat sich auf dem Lexikographieblog die Aktualisierungen in der aktuellen Duden-Auflage angesehen. Dabei ist ihm aufefallen, dass Wörter nicht nur aus der gedruckten Repräsentation verschwunden sind, sondern auch aus der Online-Fassung:

Nicht auf duden.de enthalten sind übrigens auch die Variantenschreibungen, die im Rahmen der kürzlichen Aktualisierung des Amtlichen Rechtschreibregelwerks gestrichen wurden (…).

Tatsächlich hätte es mich gewundert, wenn in einem Online-Wörterbuch nennenswert viele Einträge gestrichen worden wären – Platzbegrenzung, wie im gedruckten Wörterbuch, ist ja hier nicht so das Problem. Wenn Wörter veralten, kann man das eher durch eine entsprechende Angabe im Eintrag vermerken und hat dann den zusätzlichen Vorteil, dass jemand, der dieses veraltete Wort trotzdem noch irgendwo aufliest und nachschlagen muss, auch tatsächlich Hilfe findet. Und dafür sind Wörterbücher ja da.

(lexikographieblog)

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

Die Suche nach dem Bernsteinzimmer (13.02.2016)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Die beiden Oberpfälzer Erich Stenz und Georg Mederer sind felsenfest überzeugt: Das Bernsteinzimmer ist nicht, wie viele Experten glauben, zerstört worden. Es existiert angeblich im Schloss Friedland in Böhmen. Dort, da sind sie sich zu 100 Prozent sicher, ist der Schatz in den Kellerräumen eingemauert.

Soso.

Einer der beiden hat demnach ein Notenblatt gefunden, dass wohl Hitlers Privatsekretär Martin Bormann geschrieben haben soll:

Es sind hier verschiedene Stufen, die ganz klar Hinweis geben, hier muss gegraben werden, hier ist Vorsicht geboten, hier könnte sogar Sprengstoff installiert sein.

Ich behaupte mal: Gewagte These.

Verschwörungstheoretiker würden nun natürlich sagen: Die Behörden erlauben keine weitere Untersuchung, also muss was dran sein! Man könnte allerdings auch davon ausgehen, dass die einfach keine Lust auf irgendwelche Hobby-Schatzsucher haben, die ihnen ihre Burgen zerlegen. Wäre nicht das erste mal, dass nach einem Fehlschlag direkt der nächste 100% sichere Beweis vorliegt…

(br.de: Oberpfälzer Schatzjäger – Ist das Bernsteinzimmer in Tschechien versteckt? (Martin Gruber, 11.02.2016))

Mit dem Bloggen aufhören? (09.01.2016)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Ich muss zugeben, manchmal gibt’s komische Themen beim Webmasterfriday – die Frage „Soll ich mit dem Bloggen aufhören?“ lässt sich doch ganz einfach beantworten: Tu, was du für richtig hältst, ist deine Entscheidung. Warum man darüber nun Blogposts verfassen muss, ist mir ehrlich gesagt unklar. Denn: Natürlich ist der Konsenz der bisher eingegangenen Beiträge, dass man vielleicht mal drüber nachgedacht, sich dann aber dagegen entschieden hat. Wer keine Lust mehr hat, schreibt dazu vielleicht eine kurze Notiz und gut ist, sicher aber nicht vorher einen Beitrag zum Wemasterfriday.

Gerade die fehlende Motivation kenne ich allzu gut, ich hätte zum Beispiel viel mehr Links, die ich verbloggen könnte. Einiges davon habe ich auf Twitter ausgelagert, vieles hierhin – auf dem „richtigen“ Blog schreibe ich zukünftig zwar sicher noch weniger als bisher, dafür aber thematisch stärker abgegrenzt.

Allerdings zeigt sich in den Beiträgen auch ein Grundproblem:

Solange man mit seinem Blog keine vier- oder mehrstelligen Monatseinkommen generiert, ist das Bloggen eine gewisser Zeit-Luxus und mehr oder weniger ein Freizeitvergnügen. Und obwohl ich wahrscheinlich fast alle Ratgeber gelesen habe, in denen es darum geht, wie man mit seinem Blog reich und schön wird, ist das Bloggen auch für mich immernoch eine Nebensache, wenn auch eine sehr wichtige. (sabienes.de)

Die meisten deutschsprachigen Blogger meinen, mit ihrem Blog irgendwann mal das – idealerweise dicke – Geld zu machen. Das funktioniert vielleicht bei „Profis“ wie Cashy, die Mehrzahl der Blogs wird aber nie nennenswert Geld einspielen, da muss man sich keine Hoffnungen machen. Vielleicht hat man einfach Spaß dran, will die Welt an seinen Gedanken teilhaben lassen oder berufsspezifische Gedanken notieren und sich damit eine gewisse Reputation aufbauen, aber wirklich Geld verdienen tun halt die wenigsten.

Die Steinbach… (07.01.2016)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Spricht man sie heute auf diesen historischen Unfug [die Behauptung, die NSDAP sei links gewesen] an, schaut sie einen mit schönster Unschuldsmine an, um dann nachzusetzen: „Wieso? Sowohl Göring als auch Goebbels waren Linke!“
Es interessiere sie ganz einfach, wie Menschen reagieren, sagt Steinbch über ihre ständigen Provokationen.

Vielleicht ist sie auch einfach ein Nazi und will das nicht zugeben.

(Zitat: Spiegel 1/2016, S. 35)

Der beste Minecraft-Spieler der Welt (29.12.2015)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Wie Golem berichtet, hat eine Organisation den „weltbesten Minecraft-Spieler“ gekürt.

Dagegen ist ja auch garnichts einzuwenden. In den drei Bereichen „Bauen“, „Mayhem“ (irgendwas mit Survival) und „Kristalle sammeln“ muss man sich gegen die anderen durchsetzen. Wenn ich mir so angucke, was da so gebaut wird, da frage ich mich doch schon, ob das ernst gemeint ist. Sogar ich baue in Minecraft hübscher – und ich bin nicht wirklich dafür bekannt, gut zu bauen.

Abgesehen davon hat die Kür zum „weltbesten Minecraft-Spieler“ einen klitzekleinen Schönheitsfehler: Sie hat in ganzen 40 Städten stattgefunden, die dummerweise auch noch alle in den USA liegen. „Bester Minecraft-Spieler aus 40 Städten der USA“ trifft’s also eher – abgesehen davon, dass bei solchen Events halt nicht jeder teilnimmt, der tatsächlich was kann.

Wikipedia Spendengejammer (28.12.2015)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Die Wikipedia nervt dieser Tage – wie üblich zum Jahresende – wieder mal um Spenden und verärgert damit Community und Nutzer.

Was den vielen Spendern aus der ganzen Welt oft nicht bewusst ist: Sie geben an eine Organisation Geld, der es finanziell blendend geht und die seit Jahren ihr Vermögen mehrt. (…) Der Großteil der Finanzierung kommt von kleinen Spenden um die 20 Dollar. Doch trotz solcher überschaubaren Beträge häuft sich einiges an: Aktuell sitzt die amerikanische Wikimedia-Stiftung auf 78 Millionen Dollar, ein Zuwachs um mehr als 24 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr. (süddeutsche.de)

Ja, Wikipedia ist cool. Und ja, der Betrieb der Platform kostet auch Geld – aber 78 Millionen Dollar sind für eine Non-Profit-Veranstaltung wie die Wikipedia nun wirklich nicht wenig, zumal diejenigen, die den Hauptteil der Arbeit leisten – die Autoren – nichts davon zu sehen bekommen.

Und als wäre das ganze nicht schlimm genug, nein, das Spendenbanner muss auch noch möglichst aufdringlich sein, sprich, wird von AdBlockern nicht ohne weiteres gesperrt und schiebt sich im Nachhinein auf die Seite, sodass der Inhalt weiter nach unten verschoben wird. Kurzum: Wenn’s noch blinken und tönen würde, würde es alle Gründe für AdBlocker bieten.

Aber es gibt Abhilfe für AdBlocker (Danke an @ziromr!):
##div[class^="cn-fundraising"]

Einfach als eigenen Filter anlegen, mindestens in uBlock funktioniert’s wunderbar.

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

Die CSU und die Menschlichkeit (18.12.2015)

(von meiner alten Yellow-Installation)

Wer sagt eigentlich, dass die CSU nicht menschlich mit Flüchtlingen umgehen würde? Was schreibt noch gleich die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl?

Dies finde ich skandalös (…) [Sie wird] sicherlich nicht zulassen, dass die (…) an die verantwortungslosen und verbrecherischen Händler zurückgegeben werden“

Ach! Siehste, sehe ich genauso! Man kann die doch nicht zurückschicken zu ihren verantwortundslosen und verbrecherischen… äh… Händler? Ich dachte, Schlepper?

Oh. Geht um Hundewelpen aus Ungarn und der Slowakei. Na denn…

Oh, und was sagt das Umweltministerium? Eine Rückführung käme nur infrage,

wenn gewährleistet ist, dass den Tieren dadurch keine vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zugefügt werden.

Mit den Menschen kann man’s ja machen.

Zitiert nach: Süddeutsche Zeitung vom 17.12.2015, S. 32 (CSU gegen Abschiebung – von Zebrafinken; Katja Auer)

(vom alten Blog übertragen am 19.05.2018)

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